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authored this draft, which in every point places the so-called "human rights" before the self-evident necessities of state and race, which truly targets the abstract human being of bourgeois society, who lives only in intellect and pleasure.
The most important task of internal subversion for the pacifists was the paralysis of the will to defend, as a supplement to their external treason. They repeatedly called for the refusal of military service and reviled soldiering wherever they could. Again, Tucholsky was the most explicit: "For three and a half years in the war, I shirked my duty wherever I could, and I regret that I did not, like the great Karl Liebknecht, muster the courage to say no and refuse military service. I used many methods to avoid being shot and to avoid shooting" ("Schlesische Volksstimme," April 10, 1926). "That no one can be forced to follow a conscription order, that therefore, first of all, the blessed compulsion must be eradicated that makes people believe they must, must march when the horn blows. You don't have to at all. For this is a simple, a primitive, a plain truth: You see, you can also stay at home... And you can do more than just stay at home. How far to sabotage is a decision for the group, the moment, the constellation; one does not discuss that theoretically. But the right to fight, the right to sabotage against the most infamous murder: the enforced one, that is beyond doubt. And unfortunately outside the so necessary pacifist propaganda. With the patience of a lamb and bleating, one does not get anywhere against the wolf... You will be persuaded that the enemy is over there - he is here or there, in the own ranks of the Latvians, Swedes, Czechs or French, that they are scoundrels - the storytellers are. You do not owe the state your life; you do not owe the state your life." These views, however, were not the private opinion of Mr. Tucholsky, but were purposefully carried to the masses by large organizations. The "German Peace Society" organized an "Action Against War" in 1927, where the signatories pledged to "refuse war service and labor to any government that should resort to war, and beyond that, to fight the war with all means." The "defense association" Reichsbanner expressively adopted Tucholsky's slogan. The chairman of the Braunschweig Reichsbanner, Dr. Lube, wrote on November 9, 1926, in "Das Andere Deutschland": "For our youth, there is no better educational program than the warning call of our Ignaz Wrobel (Tucholsky): And when they come for you and threaten you with pistols: Do not go! They should come and get you first! No compulsory military service! No soldiers!" "Das Andere Deutschland" wrote in 1929 (according to "Reichsbote," March 13, 1929): "We don't give a damn about this sort of fatherland and we will snitch on all 'heroic deeds' for this fatherland. We say to our opponents' faces: Yes, if the Stahlhelm-Youth-Fatherland, i.e., the war criminals of yesterday and the day after tomorrow, prepares illegal armaments and regards any enlightenment about it as treason, then we will consider this treason as our good right and handle it vigorously accordingly."
The Jewish pacifist clique cultivated the same spirit even before the war, as Walter Steinthal wrote in 1912: "National honor - a wonderful word, except that it no longer lures any adult German to the sword" (Meister, p. 32).
The refusal of military service preached here was by no means born of religious or moral distress of conscience, but it arose from the shabby decomposition of an ideal for human life, it came entirely from the "private," from the will to live as an individual "human being" without responsibility. Beyond the refusal of military service, efforts were made to make the human ideal of the hero ridiculous
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haben diesen Entwurf verfaßt, der in jedem Punkt die sogenannten "Menschenrechte" vor die ſelbstverständlichen Notwendigkeiten von Staat und Raſſe stellt, der wirklich auf den abstrakten, nur in der Intelligenz und im Genuß lebenden Menschen der bürgerlichen Geſellschaft zielt. Die wichtigste Aufgabe der inneren Zerſetzung war für die Pazifisten die Lähmung des Wehrwillens als Ergänzung zu ihrem Landesverrat nach außen. Sie nefen immer wieder zur Verweigerung des Wehrdienstes auf und schmähten das Soldatentum, wo immer ſie konnten. Wieder war der Tucholski am eindeutigsten: „Ich habe mich dreieinhalb Jahre im Knege gedrückt, wo ich nur konnte, und ich bedauere, daß ich nicht, wie der große Karl Liebknecht, den Mut aufgebracht habe, nein zu ſagen und den Heeresdienst zu verweigem. Ich wandte viele Mittel an, um nicht erschoſſen zu werden und um nicht zu schießen“ („Schleſische Volksst.imme“, 10. Apnl 1926). „Daß niemand gezwungen werden kann, einer Einberufungsorder zu folgen, daß alſo zunächst einmal die ſelige Zwangsvorstellung auszurotten ist, die den Menschen glauben macht, er müſſe, müſſe traben, wenn es bläst. Man muß gar nicht. Denn dies ist eine ſimple, eine pnmitive, eine einfache Wahrheit: Man kann nämlich auch zu Hauſe bleiben ... Und man kann nicht nur zu Hauſe bleiben. Wie weit zu ſabotieren ist, steht in der Entscheidung der Gruppe, des Augenblicks, der Konstellation, das erörtert man nicht theoretisch. Aber das Recht zum Kampf, das Recht auf Sabotage gegen den infamsten Mord: den erzwungenen, das steht außer Zweifel. Und leider außerhalb der ſo notwendigen pazifistischen Propaganda. Mit Lammegsgeduld und Blöken kommt man gegen den Wolf nicht an ... Ihr werdet eingeredet bekommen, daß drüben der Feind steht - er steht hüben oder drüben, in den eigenen Reihen der Letten, Schweden, Tschechen oder Franzoſen Lumpen ſeien - die Erzähler ſind es. Ihr ſeid dem Staat nicht euer Leben schuldig; ihr ſeid dem Staat nicht euer Leben schuldig.“ Dieſe Anſichten waren aber nun nicht die Pnvatmeinung des Herm Tucholski, ſondem ſie wurden von den großen Organiſationen zielbewußt in die Maſſen getragen. Die „Deutsche Fnedensgeſellschaft“ veranstaltete 1927 eine „Aktion gegen den Kneg“, wo ſich die Unterschreibenden verpflichteten, „jeder Regierung Knegsdienst und Arbeit zu verweigem, die zum Knege greifen ſollte, und darüber hinaus den Kneg mit allen Mitteln zu bekämpfen“. Der „Wehrverband“ Reichsbanner nahm ausdrucksvoll die Loſung Tucholskis an. Der Vorſitzende des Braunschweiger Reichsbanners, Dr. Lube, schneb am 9. November 1926 im „Anderen Deutschland“: „Für unſere Jugend gibt es kein beſſeres Erziehungsprogramm als den Mahnruf unſeres Ignaz Wrobel (Tucholski): Und wenn ſie euch kommen und drohen mit Pistolen: Geht nicht! Sie ſollen euch erst mal holen! Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!“ Das „Andere Deutschland“ schneb 1929 (laut „Reichsbote“, 13. März 1929): „Wir pfeifen auf dieſe Sorte Vaterland und wir verpfeifen alle ‚Heldentaten‘ für dieſes Vaterland. Wir ſagen unſeren Gegnem ins Geſicht: Jawohl, wenn das Stahlhelm-Jugend-Vaterland, alſo die Knegsverbrecher von gestem und übermorgen, illegale Rüstungen vorbereitet und jede Aufklärung darüber als Verrat anſieht, dann werden wir dieſen Verrat als unſer gutes Recht betrachten und entsprechend kräftig handhaben.“ Den gleichen Geist pflegte die jüdische Pazifistendique schon vor dem Knege, wie Walter Steinthal 1912 schneb: „Nationale Ehre - ein wunderschönes Wort, nur daß es keinen mündigen Deutschen mehr zum Schwerte lockt“ (Meister, S. 32). Die hier gepredigte Knegsdienstverweigerung wurde keineswegs aus religiöſer oder ſittlicher Gewiſſensnot geboren, ſondem ſie entstand aus der schäbigen Zerſetzung eines Riehtbildes für das Leben der Menschen, ſie kam ganz aus dem „Pnvaten“, aus dem Willen, als einzelner „Mensch“ ohne Verantwortung zu leben. Man bemühte ſich über die Knegsdienstverweigerung hinaus, das menschliche Richtbild des Helden überhaupt lächerlich - 147 -