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more precise formulation ... It would seem much more correct to me if the gentlemen of Jewish descent, who stand on our ground and also identify with the party externally, would fight for the position they desire in the party and the securing of their interests within it through their conduct, through their propaganda, and through sacrifices they make for the party!" (Holländer: "Antisemitismus der Gegenwart," p. 9.)
Time and again, Jews tried to "fight for" a position in the party in this sense. The party accepted half-Jews, and in 1919 gave a mandate to the half-Jew Anna von Gierke. Corresponding to the conservative Jews, there were always Center Party Jews, who, if possible, had previously become Catholic. The most notorious among them was the Cologne banker Louis Hagen (formerly Levy). The casuistry of the rabbis got along with that of the Jesuits, and besides, they saw a common enemy in a völkisch-conscious Germany. Thus it was not surprising "that Jews find it much easier to get along with Catholic circles than with Protestants." In German Austria, Christian-Social circles, despite occasional anti-Jewish statements by individual leaders, faithfully held their protective hand over the Jews; in post-war Germany, the Center Party fanatically fought anti-Judaism (J. Kreppel: "Juden und Judentum von heute," Zurich 1925, p. 507).
When Jewry saw how liberalism was collapsing without resistance before the attack of the völkisch movement due to internal weakness, it issued the final call to escape into the reaction. In 1932, many Jews voted German National. In Austria, the Jews found protection from the National Socialist people's movement only with the allied reaction of political Catholicism, monarchism, and gang leadership. The Chief Rabbi of Vienna solemnly participated in the official occasions of the Christian-German corporate state "New Austria."
The left wing of the reactionary parties has always been particularly exposed to Jewish influence and has often assimilated to National Liberalism in intermediate forms. Thus, in the Second Reich, the hybrid formation of the "Free Conservatives" existed. The baptized conservative ideologue and national economist Otto Arendt belonged to it. Senators, above all the two Jewish, baptized ministers of the Bismarck era, Friedberg and Friedenthal. Heinrich von Friedberg, tutor of Crown Prince Friedrich, was Prussian Minister of Justice for thirteen years. The opponents of the Jews raised serious accusations against him in a perjury case involving Bleichröder. Karl Rudolf Friedenthal, a former "Evangelical" Center Party deputy (!), was Prussian Minister of Agriculture from 1874-1879. He was the founder of the Free Conservative Reich Party. The Free Conservative organ "Die Post" belonged to the Jew Strousberg. In the Weimar Republic, the open friends of the Jews, led precisely by men like Lindeiner and Hergt, who had fought against the völkisch v. Graefe at the first party congress, later split off again and tried to create a similar intermediate formation as the former Free Conservatives under the name "People's Conservatives."
The Marxist Parties
The Jews in Germany were not only the most determined and clear bearers of the parties of bourgeois society, but they were just as influential in the Marxist movement, which pretended to want to overcome bourgeois society. It might seem as if there were indeed mortal enmity between Jews and Jews, as if the opposition between "bourgeois" and Marxist "proletariat" was sharper than the unity within Jewry.
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präziseren Faſſung zu kommen, genau Bescheid ... Viel nchtiger würde es mir erscheinen, wenn die Herren jüdischer Abstammung, die auf unſerem Boden stehen und ſich der Partei auch nach außen zurechnen, durch ihr Verhalten, durch ihre Propaganda und durch Opfer, die ſie der Partei bnngen, die von ihnen erstrebte Stellung in der Partei und die Sicherung ihrer Intereſſen bei derſelben erkämpfen!" (Holländer: "Antiſemitismus der Gegenwart", S. 9.) Immer wieder verſuchten Juden, ſich in dieſem Sinne eine Stellung in der Partei zu "erkämpfen". Die Partei nahm Halbjüden auf, gab schon 1919 der Halbjüdin Anna von Gierke ein Mandat. Entsprechend den konſervativen Juden gab es immer Zentrumſjuden, die nach Möglichkeit vorher katholisch geworden waren. Am berüchtigtsten darunter war der Kölner Bankier Louis Hagen (früher Levy). Die Rabulistik der Rabbiner verstand ſich mit der der Jefuiten, und außerdem ſah man den gemeinſamen Feind in einem volksbewußten Deutschland. So war es nicht zu verwundem, "daß es den Juden viel leichter fällt, mit katholischen Kreiſen als mit Protestanten auszukommen." Im deutschen Österreich hielten chnstlich-ſoziale Kreiſe trotz gelegentlicher antijüdischer Äußerungen einzelner Führer treu ihre Hand über die Juden, im Nachknegsdeutschland bekämpfte das Zentrum fanatisch den Antijudaismus (J. Kreppel: "Juden und Judentum von heute", Zünch 192,5, S. 507). Als das Judentum ſah, wie der Liberalismus vor dem Angnff der völkischen Bewegung aus innerer Schwäche haltlos zuſammenstürzte, gab es als letzte Fluchtparole den Ruf zur Rettung in die Reaktion aus. 1932 wählten viele Juden deutschnational. In Österreich fanden die Juden Schutz vor der nationalſozialistischen Volksbewegung nur bei der verbündeten Reaktion von politischem Katholizismus, Monarchismus und Bandenführertum. Der Wiener Oberrabbiner wirkte bei den amtlichen Anläſſen des chnstlich-deutschen Ständestaates „Neu-Österreich‘ feierlich mit. Der linke Flügel der reaktionären Parteien ist jüdischem Einfluß stets beſonders ausgeſetzt geweſen und hat ſich oft in Zwischenformen dem Nationalliberaliſmus angeglichen. So bestand im Zweiten Reich das Zwittergebilde der "Freikonſervativen". Zu ihm gehörte der getaufte konſervative Ideologe und Nationalökonom Otto Arendt. Senatoren vor allem die beiden jüdischen, getauften Minister der Bismarckzeit, Fnedberg und Fnedenthal. Heinnch von Fnedberg, Erzieher des Kronpnnzen Fnednch, war dreizehn Jahre lang preußischer Justizminister. Die Judengegner erhoben schwere Vorwürfe gegen ihn in einer um Bleichröder spielenden Meineidsſache. Karl Rudolf Fnedenthal, ehemaliger "evangelischer" Zentrumabgeordneter (!), war 1874-1879 preußischer Landwirtschaftsminister. Er war der Gründer der Freikonſervativen Reichspartei. Das freikonſervative Organ "Die Post" gehörte dem Juden Strousberg. In der Weimarer Republik schieden später wieder die offenen Judenfreunde unter Führung gerade der Männer wie Lindeiner und Hergt, die auf dem ersten Parteitag gegen den völkischen v. Graefe gekämpft hatten, aus und verſuchten, als "Volkskonſervative" ein ähnliches Zwischengebilde wie die früheren Freikonſervativen zu schaffen. Die marxistischen Parteien Die Juden in Deutschland waren nicht nur die entschiedensten und klarsten Träger der Parteien der bürgerlichen Geſellschaft, ſondem ſie waren ebenſo einflußreich in der marxistischen Bewegung, die vorgab, die bürgerliche Geſellschaft überwinden zu wollen. Es könnte scheinen, als bestände eben doch Todfeindschaft zwischen Juden und Juden, als ſei der Gegenſatz zwischen "Bourgeois" und marxistischem "Proletanat" schärfer geweſen als die Einheit im Judentum. - 118 -