
Page 113 • Click to zoom
Page 113 of 339
Capitalism
The second supreme path of selection of bourgeois society: property, benefited the political rise of Jewry just as much as the idea of the educational community and the idea of the equality of subjects in the absolute state. The monetary wealth of capitalism extinguished the old values of the people's order just as the educational standard of the Enlightenment did, and willingly accepted anyone into the coexistence of "national economies" who could identify himself by his property. This new valuation was forced upon the old German merchant patriciate against its own will, but it remained unavoidable in the development of high capitalism.
Just as the Jews brought special dispositions that favored them in a valuation according to intellectual "education," they were also particularly suited by their peculiar nature for the standard demanded by capitalism. Jewry, together with other historical powers, contributed significantly to the formation of capitalism as a historical reality (cf. Werner Sombart: "The Jews and Economic Life," Leipzig 1911). "The Jew, in contrast to the old bourgeoisie, represents the fundamentally individualistic conception of the economy" (Sombart). His spatial distribution, his foreignness, his semi-bourgeois status among the host peoples, his wealth, his rationalistic religion, his intellectualistic racial disposition made him more suitable than people from other nations for capitalist tasks.
Where princely favor and education alone did not open the gates, the money of the 19th century did. The valiant Smidt of Bremen writes from Frankfurt on August 20, 1820: "Until the end of the previous year, it was still against all custom and manners here to admit a Jew to so-called good society. No Frankfurt banker or merchant invited a Jew to dinner, not even one of the Rothschilds, and the envoys to the Federal Diet paid so much regard to this custom that they likewise did not do so. Since I have been back here, I find to my great astonishment that people like the Bethmanns, Gontards, Brentanos, etc., eat and drink with the foremost Jews, invite them as guests and are invited by them as guests, and in response to my surprise, I have been told: one can no longer conduct any significant financial transaction without the involvement of these people, one must keep them as friends, one must not fall out with them." Only in capitalist society does money-lending become socially acceptable, only in the age of capitalism does the economy bring Jews and non-Jews together, does it break the ghetto from within before the legal situation has changed. "Money offered them the only means to burst the gates of the ghetto" (Encyclopaedia Judaica, Vol. V, p. 1056). The Berlin salons grew out of the wealth acquired in banks and factories in army supplies to the army of Frederick by a Daniel Itzig and his like. There were Jewish millionaires even before the "emancipation" (Graetz: "History of the Jews"). Even before Hardenberg's edict of liberation of 1812, 2 of the 4 Berlin stock exchange directors were Jews (Richard Miel: "The Jews in Berlin," Leipzig 1924). The princely and patrician mercantilism of the German territories fell to the Jews because of their money acquired in early capitalist labor.
From the economy, the path led not only into society, but into politics. Itzig, Rothschild, Bleichröder, Friedländer, Rathenau conducted politics as economic leaders. The Hamburg Jewish banker Karl Melchior sat in the German delegation that accepted the shameful Treaty of Versailles. In bourgeois society, a position in the economy also means political influence. Italicized text
Show Original German Text
Kapitalismus Der zweite oberste Auswahlweg der bürgerlichen Gesellschaft: Besitz, kam dem politischen Aufstieg des Judentums ebenso zustatten wie der Gedanke der Bildungsgemeinschaft und der Gedanke der Untertanengleichheit im absoluten Staat. Der Geldreichtum des Kapitalismus löschte ebenso wie der Bildungsmaßstab der Aufklärung die alten Werte der Volksordnung aus und nahm jeden willig in das Zusammenleben der "Volkswirtschaften" auf, der sich durch seinen Besitz ausweisen konnte. Diese neue Wertung wurde dem alten deutschen Handelspatnziat wider seinen eigenen Willen aufgezwungen, sie blieb aber bei der Ausbildung des Hochkapitalismus unvermeidlich. So wie die Juden besondere Anlagen mitbrachten, die sie bei einer Wertung nach intellektueller "Bildung" bevorzugten, ebenso waren sie auch dem vom Kapitalismus geforderten Maßstab durch ihre Eigenart besonders gewachsen. Das Judentum hat gemeinsam mit anderen geschichtlichen Mächten wesentlich zur Ausbildung des Kapitalismus als histonscher Wirklichkeit beigetragen (vgl. Wemer Sombart: "Die Juden und das Wirtschaftsleben", Leipzig 1911). "Der Jude vertntt im Gegensatz zum alten Bürgertum die grundsätzlich individualistische Auffassung von der Wirtschaft" (Sombart). Seine räumliche Verbreitung, seine Fremdheit, sein Halbbürgertum unter den Wirtsvölkem, sein Reichtum, seine rationalistische Religion, seine intellektualistische Rassenanlage machten ihn geeigneter als Menschen aus anderen Völkem für die kapitalistischen Aufgaben. Wo die fürstliche Gunst und die Bildung allein die Tore nicht öffnete, da tat es dann das Geld des 19. Jahrhunderts. Der wackere Bremer Smidt schreibt am 20. August 1820 aus Frankfurt: "Bis zum Ende des vongen Jahres war es hier noch gegen alle Sitte und Lebensart, einen Juden zu der sogenannten guten Gesellschaft zuzulassen. Kein Frankfurter Bankier oder Kaufmann lud einen Juden zum Essen, selbst keinen der Rothschilds, und die Bundestagsgesandten nahmen auf diese Sitte so viel Rücksicht, daß sie es gleichfalls nicht taten. Seitdem ich wieder hier bin, finde ich zu meinem großen Erstaunen, daß Leute wie die Bethmann, Gontard, Brentano usw. mit den ersten Juden essen und tnnken, sie zu Gaste bitten und von ihnen zu Gaste gebeten werden, und man hat mir auf mein Verwundem darüber zur Antwort gegeben: man könne einmal kein Geldgeschäft von Bedeutung mehr ohne Zuziehung dieser Leute machen, man müsse sie zu Freunden halten, man dürfe es nicht mit ihnen verderben." Erst in der kapitalistischen Gesellschaft wird das Geldverleihen salonfähig, erst in der Zeit des Kapitalismus rückt die Wirtschaft Juden und Nichtjuden zusammen, zerbncht sie das Getto von innen, bevor sich die Rechtslage verändert hat. "Das Geld bot ihnen das einzige Mittel, die Tore des Ghettos zu sprengen" (Encydopaedia Judaica, Bd. V, S. 1056). Die Berliner Salons wuchsen aus dem in Banken und Fabnken in Heereslieferungen an die Armee Fnednchs erworbenen Reichtum eines Daniel Itzig und seinesgleichen. Es gab jüdische Millionäre schon vor der "Emanzipation" (Graetz: "Geschichte der Juden"). Schon vor dem Hardenbergschen Befreiungsedikt von 1812 waren 2 von den 4 Berliner Börsenvorstehem Juden (Richard Miel: "Die Juden in Berlin", Leipzig 1924). Der fürstliche und patnzische Merkantilismus der deutschen Terntonen verfiel den Juden wegen ihres in der frühkapitalistischen Arbeit erworbenen Geldes. Von der Wirtschaft führte der Weg nicht nur in die Gesellschaft, sondem in die Politik. Itzig, Rothschild, Bleichröder, Fnedländer, Rathenau tneben als Wirtschaftsführer Politik. Der Hamburger jüdische Bankier Karl Melchior saß in der deutschen Abordnung, die den Schandvertrag von Versailles annahm. In der bürgerlichen Gesellschaft bedeutet die Stellung in der Wirtschaft zugleich politischen Einfluß. - 112 -