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thereby disregarded the racial foundations, although the Frenchman Gobineau's racial work had already appeared in the fifties. Thus, Stoecker's good will was soon bound to be shipwrecked.
In the following years, Dr. Ernst Henrici, Liebermann von Sonnenberg, Dr. Bernhard and Paul Förster, Nietzsche's brothers-in-law, then came to the fore and achieved public successes, which expanded into a cohesive anti-Jewish movement. In a short time, several anti-Jewish newspapers and periodicals also emerged, but, with the exception of Otto Glagau's "Kulturkämpfer," they did not have a long lifespan. One must consider that even in those years, the Jews, by means of their economic power, exerted a pressure that became particularly evident in the newspapers. Until the Editors' Law of 1933, newspapers were dependent on their advertisers. If they wrote in an anti-Jewish sense, the advertisements from the large Jewish firms that sustained their profitability were taken away from them. Conversely, it was of course also the case that those large and small businesses that placed advertisements in the first anti-Jewish newspapers were immediately boycotted by the economic power of Jewry. Since the readership of these first anti-Jewish newspapers was naturally limited, the costs had to be covered by advertising. This was mostly a fruitless attempt, so that the newspapers and periodicals soon had to cease publication again.
Nevertheless, the movement was able to send an "Antisemites' Petition" to Bismarck as early as 1880, which bore around 250,000 signatures. The petition demanded the restriction or prevention of the immigration of foreign Jews, their exclusion from all official positions, the preservation of the Christian character of the public primary school, and the resumption of statistics on the Jewish population. On November 20, 1880, the petition was debated in the Prussian House of Deputies. During the debate, the Center Party deputy Bachem gave impressive examples of Jewish terror, and deputy Stoecker said that if the Progress Party (Democrats) continued to identify with Jewry, it would cost that party its life. Particularly noteworthy are the remarks of the then Lord Mayor of Berlin, Hobrecht, who belonged to the Liberals: "In a society of equals, this excessive, terrible outcry is unbearable whenever one of them has their toes stepped on; and if someone in a subordinate position, whose office obliges him to special discretion, is guilty of an act of tactlessness or impertinence towards a Jew, which is bad enough, then all consideration ceases at once, then all authorities are supposed to bear witness to the depth of their indignation. The entire power of the state is to be suspended in order to avenge the injustice."
As with the press, so too with the parliamentary parties, the possibilities for taking a stand against Jewry and supporting the anti-Jewish struggle were slight. The contributions of the members could not support the necessary organizational structure; voluntary donations had to be accepted. Donations from moneyed people. And in many cases these were again Jews, so that everything further is clearly recognizable. In the last years of the previous century, the "German-Social Party" was founded under the leadership of Dr. König (Witten) and Liebermann von Sonnenberg, which in the mid-nineties had sixteen deputies. Even though some of these, such as Dr. Boeckel, were extremely talented speakers and had a large following in the country, the influence of the German-Social Party remained small. It then collapsed around the turn of the century.
Contributing to this decline, besides the proliferation of Jewish competition, which impoverished the commercial middle class and drove industry more and more into the – 9 –
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dabei die raſſischen Grundlagen außer acht, obwohl des Franzosen Gobineau Raſſenwerk bereits in den fünfziger Jahren erschienen war. So mußte denn der gute Wille Stoeckers bald Schiffbruch erleiden. In den nächsten Jahren traten dann Dr. Emst Hennci, Lebermann von Sonnenberg, Dr. Bemhard und Paul Förster, die Schwäger Nietzsches, hervor und errangen öffentliche Erfolge, die ſich zu einer geschloſſenen antijüdischen Bewegung erweiterten. In kurzer Zeit waren auch einige judengegnensche Zeitungen und Zeitschnften entstanden, die aber, außer Otto Glagau's „Kulturkämpfer“, keine längere Lebensdauer hatten. Man muß dabei bedenken, daß schon zu jenen Jahren die Juden vermittelst ihrer Wirtschaftsmacht einen, gerade in den Zeitungen offenbar werdenden, Druck ausübten. Zeitungen waren bis zum Schnftleitergeſetz 1933 von ihren Anzeigenabgebem abhängig. Schneben ſie im antijüdischen Sinne, wurden ihnen die ihre Wirtschaftlichkeit erhaltenden Anzeigen der großen jüdischen Firmen genommen. Umgekehrt war es natürlich auch ſo, daß jene großen und kleinen Geschäfte, die in den ersten antijüdischen Zeitungen Anzeigen aufgaben, ſofort von der Wirtschaftsmacht des Judentums boykottiert wurden. Da die Leſerschaft dieſer ersten antijüdischen Zeitungen naturgemäß beschränkt war, ſo mußten die Unkosten durch Anzeigen gedeckt werden. Dies war zumeist ein ergebnisloſer Verſuch, ſo daß die Zeitungen und Zeitschnften ihr Erscheinen bald wieder einstellen mußten. Trotzdem war es der Bewegung möglich, schon 1880 an Bismarck eine „Antiſemiten- Petition“ zu ſenden, die rund 250.000 Unterschnften trug. Die Petition forderte Einschränkung oder Verhinderung der Einwanderung ausländischer Juden, ihre Ausschließung von allen obngkeitlichen Stellungen, Erhaltung des chnstlichen Charakters der Volkschule, Wiederaufnahme der Statistik über die jüdische Bevölkerung. Am 20. November 1880 wurde die Petition im Preußischen Abgeordnetenhauſe beraten. Dabei gab der Zentrumsabgeordnete Bachem eindrucksvolle Beispiele des jüdischen Terrors, der Abgeordnete Stoecker ſagte, wenn ſich der Fortschntt (Demokraten) weiter mit dem Judentum identifiziere, würde das dieſer Partei das Leben kosten. Beſonders bemerkenswert ſind die Ausführungen des damaligen Berliner Oberbürgermeisters Hobrecht, der den Liberalen zugehörte: „In einer gleichberechtigten Geſellschaft ist unerträglich dieſes maßloſe, fürchterliche Geschrei, wenn einem von ihnen auf die Hühneraugen getreten wird; und wenn gar jemand in einer abhängigen Stellung, deſſen Amt ihn zu beſonderer Discretion verpflichtet, ſich gegen einen Juden eine Taktloſigkeit oder Ungezogenheit zuschulden kommen läßt, was ja übel genug ist, dann hören ſofort alle Rückſichten auf, dann ſollen alle Behörden Zeugnis ablegen von der Tiefe ihrer Entrüstung. Es ſoll die ganze obngkeitliche Gewalt aufgehoben werden, um die Unbill zu rächen.“ Wie bei der Preſſe, ſo waren auch bei den parlamentanschen Parteien die Möglichkeiten einer Stellungnahme gegen das Judentum und einer Unterstützung des antijüdischen Kampfes genng. Die Beiträge der Mitglieder konnten den notwendigen Organiſationsaufbau nicht tragen; es mußten freiwillige Spenden angenommen werden. Spenden von Geldleuten. Und das waren in vielen Fällen wiederum Juden, ſo daß alles weitere klar erkenntlich ist. In den letzten Jahren des vongen Jahrhunderts entstand unter der Leitung Dr. Königs (Witten) und Liebermann von Sonnenbergs die „Deutsch-ſoziale Partei“, die Mitte der neunziger Jahre ſechzehn Abgeordnete zählte. Wenn auch einige von dieſen, ſo Dr. Boeckel, äußerst begabte Redner waren und im Lande großen Anhang hatten, ſo blieb der Einfluß der Deutschſozialen Partei genng. Sie brach dann auch um die Jahrhundertwende zuſammen. Beigetragen zu dieſem Verfall hat neben der Überhandnahme des jüdischen Wettbewerbes, der den gewerblichen Mittelstand verarmen ließ und die Industne mehr und mehr in die – 9 –