
Page 224 • Click to zoom
Page 224 of 264
204
...kind of instinctive aversion, against which all reasoning is powerless.”
This language is at least sincere; it does not, it is true, prove what the author aims to show, since Christian baptism does not make a German out of a Jew; but it contains the confession that instinctive racial antagonism in Germany is still more powerful than any reasoning. The “purely human nature” here dissolves into the nature of pure Germanism. The “blond, tall figures” look down “not without an astonishment mixed with reluctance” upon the rebirth of the “black-haired, agile, small people” — regardless of whether they are descendants of the biblical patriarchs or of the ancient Romans and Gauls!
While the Western civilized peoples mention the shameful oppression to which the Jews were formerly subjected only to brand it as infamous, the German recalls only the “stamp of servitude” that he impressed upon the “Jewish figures.”
In a recently published feuilleton of the Bonner Zeitung, which describes “Bonn eighty years ago,” it is said of the Jews that they lived in a separate street and, as everywhere, supported themselves by haggling. — I believe one should wonder less that the Jews, who were forbidden every other branch of trade, lived at that time only from “haggling,” than that they were able to eke out a living at all during all those centuries of oppression. — Indeed, their means of existence were stunted, down to the very right of residence. By means of protection money, every Jewish generation and community had to continually repurchase the “privilege” of not being expelled from the residence of their ancestors; happy if, despite the contract, they were not plundered and expelled, or even slaughtered by a fanaticized mob! — I, too, know a story of
Show Original German Text
204 Art instinktiven Widerwillens gegenüber, gegen die jedes Raisonnement machtlos ist.“ Diese Sprache ist wenigstens aufnchtig; sie beweist zwar nicht, was der Verfasser darzuthun bezweckt, da die chnstliche Taufe aus einem Juden keinen Germanen macht; aber sie enthält das Geständniß, daß der instinktive Racenantagonismus in Deutschland noch mächtiger, als jedes Raisonnement ist. Die „rein menschliche Natur“ löst sich hier in die Natur des reinen Germanismus auf. Die „blonden, hohen Gestalten“ sehen „nicht ohne ein mit Widerstreben gemischtes Erstaunen“ auf die Wiedergeburt der „schwarzhaangen, beweglichen, kleinen Menschen“ herab — gleichviel ob sie Nachkommen der biblischen Patnarchen oder der alten Römer und Gallier sind! Während die westlichen Culturvölker des schmählichen Druckes, dem die Juden früher ausgesetzt waren, nur erwähnen, um ihn zu brandmarken, gedenkt der Deutsche nur des „Stempels der Knechtschaft,“ den er den „jüdischen Gestalten“ aufgeprägt. In einem kürzlich erschienenen Feuilleton der Bonner Zeitung, welches „Bonn vor achtzig Jahren“ schildert, heißt es von den Juden, sie wohnten in einer besondem Straße und emährten sich, wie überall, vom Schacher. — Ich glaube, daß man sich weniger darüber wundem darf, daß die Juden, denen jeder andre Erwerbzweig untersagt war, damals nur vom „Schacher“ lebten, als daß sie überhaupt in allen jenen Jahrhunderten des Druckes ihr Leben fnsten konnten. — In der That waren ihnen die Existenzmittel bis auf das Heimathsrecht verkümmert. Mittelst Schußgelder mußte sich jede jüdische Generation und Gemeinde stets von Neuem das „Pnvilegium“ erkaufen, nicht aus dem Wohnsize ihrer Vorfahren vertneben zu werden; glücklich, wenn sie troz dem Vertrage nicht ausgeplündert und vertneben, oder gar von einer fanatisirten Volksmasse hingeschlachtet wurde! — Auch ich weiß eine Geschichte von