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29 ers and the “born bearers of world civilization,” to whom humanity owes everything. And not only did they then create with ingenious spirit everything that possesses lasting value, but even today they alone are the ones who can stand at the head of humanity as the supreme bearers of culture. The Mediterranean countries thus owed their historical role to the cultural power of the Teutons who had advanced into the south. Since with this hypothesis we find ourselves entirely in the realm of arbitrariness, there is in principle nothing to object to regarding the theoretical possibility of this whole process, but it is not probable and even less is it proven. At the very least, one could with equal right assert the exclusive cultural monopoly of the Turanians, whose prehistoric distribution across the world has also been widely assumed. The realm of possibilities is indeed limitless; but if someone wants to present his theory as “scientifically founded” and, moreover, political consequences are made to depend on it, then one has the right to demand conclusive proof from him. Yet not only is any proof lacking, but even any serious historical or other indication that before the actual Migration Period, let alone before the Dorian migration, Teutons in any considerable number ever even entered the southern cultural world of that time.* After all, if we wish to arrive at a satisfactory judgment, it is incumbent upon us to closely examine even the circumstantial evidence that has been presented. But even assuming that the theories, as we have reproduced them here, were correct, they would nevertheless have a current political value for the
- To want to infer from the historical fact that the starting point of the great Migration Period and possibly even the Dorian migration was northern Europe, the necessity of a constant periodicity of specifically Teutonic migrations reaching back to primeval times, is nonsensical for the reason that the number of similar conclusions by analogy, which would prove the very same for other races, would then be incalculable. Similar or perhaps even much larger migrations of this kind could be enumerated by the dozens, from all possible peoples and directions; we recall here only the well-known world-conquering migrations of the Mongols or the Arabs.
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29 fer und die „geborenen Träger der Weltzivilisation“, denen die Menschheit alles verdankt. Und nicht nur damals haben sie mit genialem Geiste alles das geschaffen, was dauemden Wert besitzt, sondem auch heute noch sind nur sie es, die als oberste Kulturträger an der Spitze der Menschheit stehen können. Der Kulturkraft der in den Süden vorgedrungenen Ger- manen hatten also die Mittelmeerländer ihre histonsche Rolle zu verdanken. Da wir uns mit dieser Hypothese ganz in das Reich der Willkürlichkeiten begeben, so ist ja gegen die pnn- zipielle theoretische Möglichkeit dieses ganzen Vorganges im Grunde nichts einzuwenden, aber wahrscheinlich ist er nicht und noch weniger bewiesen. Wenigtens könnte man mit dem glei- chen Rechte auch das ausschließliche Kulturmonopol der Tura- nier behaupten, deren prähistonsche Verbreitung in alle Welt ebenfalls vielfach angenommen wurde. Das Reich der Möglich- keiten ist eben unbegrenzt; will aber jemand seine Theone als „naturwissenschaftlich begründet“ hinstellen und werden außer- dem noch politische Folgerungen davon abhängig gemacht, so hat man das Recht, lückenlose Beweise von ihm zu fordem. Es fehlt aber nicht nur jeder Beweis, sondem jeder histonsche oder sonstige emste Hinweis schon dafür, daß vor der eigentlichen Völkerwanderung, geschweige denn vor der donschen Wan- derung, Germanen in beträchtlicher Menge überhaupt je in die damalige südliche Kulturwelt auch nur gekommen sind.* Im- merhin obliegt uns, wollen wir zu einem befnedigenden Urteil kommen, die genaue Prüfung auch der vorgebrachten Indizien- beweise. Aber selbst angenommen, die Theonen, wie wir sie hier reproduziert haben, wären nchtig, so hätten sie doch für die * Aus der histonschen Tatsache, daß der Ausgangspunkt der großen Völkerwanderung und eventuell sogar der donschen Wanderung das nörd- liche Europa war, auf die Notwendigkeit einer in die Urzeiten zurück- reichenden ständigen Penodizität gerade der Germanenwanderungen schließen zu wollen, ist schon deshalb unsinnig, weil die Zahl ähnlicher Analogie- schlüsse, die auch von anderen Rassen ganz das Gleiche beweisen würden, dann gar nicht abzusehen wäre. Ähnliche oder vielleicht noch viel größere derartige Wanderungen könnten zu Dutzenden von allen möglichen Völkem und Windnchtungen aus aufgezählt werden; wir ennnem hier nur an die bekannten welterobemden Wanderungen der Mongolen oder der Araber.