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364 is a desert, a great emptiness spreads over its fields. Then a strange event takes place. Just as more than a thousand years before, after the destruction of the ancient cultural world by the barbarians, Jewish merchants with their commercial activity built a bridge between the old culture and new barbarism, planting the remnants of the old civilization in the culturally barren landscape, so now there is again time and space for them to perform a similar cultural work once more. From the time after the Peace of Westphalia, the Jews reappear on the surface with their trade in goods. “Driven from the large and larger cities, they had become peddlers in the countryside, forming for the regions as yet untouched by trade a kind of capillary system, which carried the stream of goods traffic from the main arteries into the most remote parts of the organism” (Kiesselbach). Now they emerge, first as small traders in the market towns and small cities, and in this way prepare themselves for a new mission, for a series of such missions. They once again become the wholesalers in the cities, as in the times of the dissolution of the Roman Empire. Everywhere one sees them working again, shyly but diligently: in Amsterdam, in Hamburg, where especially the "Portuguese" Jews, driven out of Spain and Portugal, through their age-old connections with Spain, Portugal, and their overseas colonies render essential, Senate-recognized services to trade.* Characteristically, we can see in Frankfurt in particular, how the Jewish merchants there create a large textile trade, a place of exchange, how the Senate tries in vain to suppress this, which had become a necessary Jewish activity, through treatment that is worse and more shameful than in any other German city. The same spectacle repeats itself in most German cities. Wherever the need for commercial life appears, there is an open or by the * Sombart recently pointed out how Holland became rich through the Jews, just as Spain and Portugal had earlier, and how the economic development of the East Indies as well as America is to be thanked to the Jews.
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364 ist eine Wüste, eine große Leere breitet sich über seine Gefilde. Da vollzieht sich ein merkwürdiges Ereignis. Wie schon mehr als tauſend Jahre vorher, nach der Zerstörung der antiken Kul- turwelt durch die Barbaren, die jüdischen Kaufleute mit ihrer Handelstätigkeit eine Brücke herstellen zwischen alter Kultur und neuer Barbarei, wie ſie die Reste der alten Zivilisation in die kultumackte Fläche einpflanzen, ſo ist auch jetzt wieder Zeit und Raum für ſie, eine ähnliche Kulturarbeit nochmals zu leisten. Von der Zeit nach dem Westfälischen Fneden an erscheinen nämlich die Juden wieder mit ihrem Warenhandel an der Oberfläche. „Vertneben aus den großen und größeren Städten, waren ſie Hauſierer auf dem Lande geworden, bil- deten ſie für die vom Handel noch unberührten Gegenden gleichſam ein Kapillarſystem, welches den Strom des Güter- verkehres aus den Hauptadem in die entlegensten Teile des Organismus führte“ (Kießelbach). Jetzt tauchen ſie auf, zu- erst als Kleinhändler in den Flecken und Kleinstädten, und bereiten ſich auf dieſe Weiſe zu einer neuen Miſſion, zu einer Reihe von ſolchen Miſſionen vor. Sie werden von Neuem die Groſſisten in den Städten, wie in den Zeiten der Auflöſung des römischen Reiches. Überall ſieht man ſie wieder scheu aber emſig arbeiten: in Amsterdam, in Hamburg, wo speziell die aus Spanien und Portugal vertnebenen „portugieſischen“ Juden durch die altererbten Verbindungen mit Spanien, Portu- gal und deren überſeeischen Kolonien dem Handel weſentliche, vom Senat anerkannte Dienste leisten.* Charaktenstisch können wir namentlich in Frankfurt ſehen, wie die jüdischen Kauf- leute dort einen großen Textilhandel, einen Wechſelplatz schaffen, wie der Senat vergebens ſich bemüht, dieſe zum Be- dürfnis gewordene jüdische Tätigkeit durch eine Behandlung, die schlechter und schimpflicher ist als in irgend einer deut- schen Stadt, zu unterdrücken. Daſſelbe Schauspiel wiederholt ſich in den meisten deutschen Städten. Wo immer ſich das Be- dürfnis nach Handelsleben zeigt, es eine offene oder von den \* Sombart wies neuerdings darauf hin, wie Holland durch die Juden reich geworden ist, ebenſo wie früher Spanien und Portugal, und wie die wirtschaftliche Erschließung Ostindiens ſowie Amenkas den Juden zu danken ist.