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229 conscious deliberation; in any case, it is the becoming a habit of small, occurring deviations that modifies the old, inherited forms of instincts and, through addition over generations, can transform and develop them to a higher level.
The characteristic of the rapidity of the reaction to the motive was rightly regarded as one which establishes a specific difference between acting from instinct and acting from deliberation, or more precisely, between such action where the reaction to the motive is caused exclusively by the functioning of instinctive predispositions and such where, between the instinctively effective elements, a more or less long consideration of motives, purposes, and means is inserted, where discursive thinking therefore has to make a number of steps that are omitted in the mere, simple instinctive reaction.
When a boy for the first time in his life sees a glass fall from the table at which he is sitting, he will perhaps decide with deliberation to reach for it, but his decision will surely come too late. But if this happens to him more often, his association of ideas will shorten and the sensory impression of the falling glass will finally, directly evoke the quick hand movement; practice will create in his brain a predisposition to reflexive action. In an analogous way, everywhere, as a result of the constant repetition of an activity of the individual and the species, fixed connections between different nerve elements and thus permanent dispositions have been formed, i.e., the instinct is organized, has become a permanent characteristic; consciousness has withdrawn more and more, so that in the end a regular mechanism remains. The newly acquired is, in the series of generations, through summation, fusion, and connection, always fixed in the same way by the transformation of a conscious process into an automatic one. The instinctive action is in this case mostly still accompanied by a consciousness of a sufficient degree. – The innate dispositions thus result from hereditary transmissions.
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229 bewußte Ueberlegung herstammen, auf alle Fälle ist es das Zurgewohnheitwerden von auftretender kleiner Abweichungen, was die alten ererbten Formen der Instinkte modificirt und bei der durch Generationen hindurch erfolgten Addition um- gestalten und höher entwickeln kann. Mit Recht wurde das Merkmal der Rapidität der Reaktion auf das Motiv als ein solches angesehen, welches einen speciſi- schen Unterschied zwischen Handeln aus Instinkt und Handeln aus Ueberlegung begründet, oder genauer zwischen solchem Han- deln, wo die Reaktion auf das Motiv ausschließlich durch das Funktionieren instinktiver Prädispositionen verursacht ist und solchem, wo sich zwischen die instinktiv wirksamen Elemente eine mehr oder minder lange Erwägung von Motiven, Zwecken und Mitteln einschiebt, wo also das diskursive Denken eine Menge Schntte machen muß, die bei der bloßen einfachen In- stinktreaktion wegfallen. Wenn ein Knabe zum erstenmal in seinem Leben ein Glas von dem Tisch fallen sieht, an dem er sitzt, so wird er sich vielleicht mit Überlegung dazu entschließen, nach demselben zu greifen, aber er wird mit seinem Entschluß sicher zu spät kom- men. Begegnet ihm aber die Sache öfter, so wird seine Ideen- assoziation sich abkürzen und der Sinneseindruck des fallenden Glases endlich unmittelbar die schnelle Handbewegung hervor- rufen; die Übung wird in seinem Gehim eine Prädisposition zu reflektonschem Handeln erzeugen. In analoger Weise haben sich überall, infolge der beständigen Wiederholung einer Thätig- keit des Individuums und der Art fixe Verbindungen zwischen verschiedenen Nervenelementen und damit bleibende Dispo- sitionen gebildet, d. h. der Instinktistorganisiert, ist bleibende Eigenschaft geworden; das Bewußtsein hat sich mehr und mehr zurückgezogen, so daß schließlich ein regel- mäßiger Mechanismus restiert. Das Neuerworbene wird in der Reihe von Generationen durch Summierung, Verschmelzung und Verbindung stets in gleicher Weise durch Umwandlung eines bewußten in einen automatischen Hergang fixiert. Die instinktive Handlung ist dabei meist noch von einem Bewußt- sein genngen Grades begleitet. – Die angeborenen Dispositionen resultieren also aus erblichen Übertragungen.