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166 first results, so that their knowledge remained at the lower levels. This was the result of their mental inertia, their shyness of thinking and researching, of any intellectual progress. They did possess manifold knowledge and manifold skills, but they lacked a true living science, a true free art.
The active is the less numerous and later-appearing race. The active races take over the culture begun by the passive peoples and develop it further. They leave the actual fieldwork, as a rule, to the passive tribes they found, while they themselves, as warriors, artists, seafarers, merchants, have an intellectual occupation.
This classification by Klemm frequently served in the following period as the armory from which the characteristics were taken in order to declare the individual peoples as active or passive.
While Gobineau still managed his construction entirely without anthropology and took linguistic units as his basis, the anthropological school no longer concerned itself with political and linguistic borders, but rather sought to reconstruct the original races on the basis of somatic characteristics. Its head is the French anthropologist de Lapouge. Lapouge's main division of races is based on skull shape. He first distinguishes a long-headed, blond, and tall race, which he calls homo Europaeus and generally identifies with the Germanic peoples. In psychological terms, the Europaeus is said to be distinguished by ambition, energy, boldness, and idealism. The brunette, brachycephalic, and small race, which lives throughout Central Europe alongside and mixed with long-heads, he calls homo Alpinus and ascribes to it a conservative, cautious, less brilliant trait. The third main race of Europe is the Mediterranean, which is dolichocephalic but brunette and morally stands even below the brachycephalics. Lapouge now establishes a series of laws, which he summarizes all together into the one "Law of the superior agility of homo Europaeus."
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166 ersten Ergebniſſen zufneden gegeben, ſo daß ihre Kenntniſſe auf den unteren Stufen stehen geblieben ſeien. Dies ſei die Folge ihrer geistigen Trägheit, ihrer Scheu vor dem Denken und For- schen, vor jedem geistigen Fortschntt. Sie beſäßen zwar mannig- fache Wiſſen und mannigfache Fertigkeiten, allein es fehle ihnen eine eigentliche lebendige Wiſſenschaft, eine eigentliche freie Kunst. Die aktive ist die weniger zahlreiche und später auftre- tende Raſſe. Die aktiven Raſſen übemehmen die von den pas- ſiven Völkem begonnene Kultur und bilden ſie weiter fort. Sie überlaſſen die eigentliche Feldarbeit in der Regel den vorge- fundenen paſſiven Stämmen, während ſie ſelbst als Kneger, Künstler, Seefahrer, Handelsleute eine geistige Beschäftigung haben. Dieſe Klaſſifikation Klemms diente in der Folge ſehr häu- fig als die Rüstkammer, aus der die Charaketenstika geholt wurden, um die einzelnen Völker als aktive oder paſſive zu de- klaneren. Wenn noch Gobineau bei ſeiner Konsttuktion ganz ohne Anthropologie auskam und die sprachlichen Einheiten zur Grundlage nahm, ſo kehrte ſich die anthropologische Schule nicht mehr an politische und Sprachgrenzen, ſondem ſuchte auf Grund ſomatischer Kennzeichen die ursprünglichen Raſſen zu rekonstruieren. Ihr Haupt ist der franzöſische Anthropologe de Lapouge. Lapouges Haupteinteilung der Raſſen geschieht nach der Schädelform. Er unterscheidet zunächst eine lang- köpfige, blonde und hochgewachſene Raſſe, die er homo Euro- paeus nennt und im allgemeinen mit den Germanen identifiziert. In psychologischer Beziehung ſoll ſich der Europaeus durch Ehrgeiz, Energie, Kühnheit, Idealismus auszeichnen. Die brü- nette, brachycephale und kleine Raſſe, die in ganz Mitteleuropa neben und mit Langköpfen vermischt wohnt, nennt er homo Alpinus und schreibt ihr einen konſervativen, vorſichtigen, weniger genialen Zug zu. Die dntte Hauptraſſe Europas ist die mediterrane, die dolichocephal aber brünett ist und moralisch noch unter den Brachycephalen steht. Lapouge stellt nun eine Reihe von Geſetzen auf, die er alle zuſammenfaßt in das eine „Geſetz der überragenden Regſamkeit des homo Europaeus.“