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95 substance, apart from uniform growth, the cranial vault, which is only secondarily protected by dermal bones, must first be expanded. The expansion of the cranial base in width only comes about later. In complete accordance with this is Nyström's view that the skull, according to the laws of hydrostatic pressure, shows a tendency toward a spherical shape corresponding to the growing brain volume, i.e. — expressed craniologically — a distinct tendency toward brachycephaly ("Archiv für Anthropologie", Vol. XXXVII.) There is also much to be said for the assumption that a, in the course of phylogenetic development, occurring quantitative reduction of the cerebellum in favor of the forebrain corresponds to a concomitant weakening of the power of instinctual life in favor of abstract thinking ability, from which also results a growing tendency toward the reduction of dolichocephaly, in the same sense as the increase in the capacity for culture.* It is therefore not established that different cranial indices also correspond to different races, and that same indices also correspond to the same race. Nor is it undoubtedly certain that a specific skull type persists unchanged for millennia within any given people. Neither are the causes that brought about dolichocephaly in one race and brachycephaly in another known for certain, nor can the consequences that result from this with regard to the cultural value of the individual races be stated with any certainty. The conclusions from craniology that interest us only lead to the point that the intellectual valuation of a race, according to the currently available scientific findings, cannot be brought into a specific relationship of dependency on skull type. If, however, one were to pass judgment based on the state of affairs, which is not yet conclusive today, it would be that in the individual races, it is quite striking that always
- The protuberance of the occiput, caused by the powerful development of the cerebellum, is indeed a primary cause of long-headedness.
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95 ſubstanz, abgeſehen von dem gleichmäßigen Wachsſen, zunächst der nur durch Deckknochen ſekundär geschützten, die Schädelwölbung, ausgedehnt werden. Die Ausdehnung der Schädelbaſis in die Breite kommt erst später zustande. Damit steht die Anschauung Nyströms vollständig im Einklange, daß der Schädel nach den Geſetzen des hydrostatischen Druckes eine dem wachſenden Gehimvolum entsprechende Neigung zur Kugelform, d. h. — kraniologisch ausgedrückt — eine ausgeprägte Tendenz zur Brachycephalie zeige („Archiv für Anthropologie“, Bd. XXXVII.) Es hat auch die Annahme manches für ſich, daß einer im Laufe der phylogenetischen Entwicklung ſich vollziehenden quantitativen Reduzierung des Kleinhims zugunsten des Vorderhims eine damit Hand in Hand gehende Abschwächung der Kraft des Tneblebens zugunsten der abstrakten Denkfähigkeit entspncht, woraus ſich ebenfalls eine im gleichen Sinne mit der Erhöhung der Kulturfähigkeit wachſende Tendenz zur Verminderung der Dolichocephalie ergibt.* Es steht alſo nicht fest, daß verschiedene Schädelindizes auch verschiedenen Raſſen und gleiche Indizes auch der gleichen Raſſe entsprechen. Ebenſowenig ist es zweifellos ſicher, daß ein bestimmter Schädeltypus ungeändert Jahrtauſende hindurch bei irgend einem Volke perſistiert. Weder ſind die Urſachen ſicher bekannt, die bei der einen Raſſe Dolichocephalie, bei der anderen Brachycephalie bewirkten, noch auch ſind mit irgend welcher Sicherheit die Folgen anzugeben, die ſich bezüglich des Kulturwertes für die einzelnen Raſſen daraus ergeben. Die uns intereſſierenden Schlüſſe aus der Kraniologie gehen nur dahin, daß die geistige Wertung einer Raſſe nach den gegenwärtig vorliegenden wiſſenschaftlichen Ergebniſſen nicht in ein bestimmtes Abhängigkeitsverhältniß vom Schädeltypus gebracht werden kann. Wollte man aber dennoch nach der heute noch nicht abschlußreifen Sachlage ein Urteil fällen, ſo würde es dahin lauten, daß bei den einzelnen Raſſen geradezu auffallend stets * Die durch die mächtige Entwicklung des Kleinhims bedingte Ausladung des Hinterhauptes ist ja eine Haupturſache der Langschädeligkeit.