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83 The following throws a remarkable light on the origin of many cranial indices:
In the "Zentralblatt für Gynäkologie" in 1904, Walcher reported on the results of investigations he had carried out on several hundred infants regarding the development of brachycephaly and dolichocephaly through consistent positioning either on the back or on the side. Among other things, he was able to, in two same-sex, identical twins within ten days, induce long-headedness in one and a high degree of short-headedness in the other; after ten days, both children were so accustomed to their position that one could then only with difficulty keep them in the opposite position in order to make their skulls alike again. If the original position was maintained, the shape persisted and could no longer be reversed after a few months.
A certain constancy of the cranial index is, however, hardly to be denied. This is evident from the fact that in larger contiguous areas one skull shape indeed often predominates considerably. But this does not seem to be a strict law. Nyström examined 84 siblings. In about half, the index was almost the same or differed only by about two units, but in the others it deviated significantly (by about 3 to 9.7 units). He concludes that "no constant relationship is found between the index of the descendants and the parents" and that "children of parents with different indices can receive, in part, a larger, smaller, or same index as the father and mother, and in part intermediate forms between the main forms."
Jörgensen examined 250 families over several generations on the Faroes, a Danish island group. The indices of the children differed greatly from those of the parents.
In France as well as in Germany, Austria, and Russia, it has been found that in burial sites from century to century the number of long-heads has decreased and the cranial index has increased.
Fraas found that the majority of today's Swabians are brachycephalic, with a mostly dark complexion and dark 6*
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83 Ein merkwürdiges Licht auf die Entstehung vieler Schädel- indizes wirft folgendes: Walcher machte im „Zentralblatt für Gynäkologie“ 1904 Mitteilungen über die Ergebnisse von Untersuchungen, die er an mehreren Hunderten von Säuglingen hinsichtlich der Ent- stehung von Brachy- und Dolichocephalie durch konsequente Lagerungen entweder auf den Rücken oder auf die Seite an- stellen ließ. Unter anderem konnte er an zwei gleich- geschlechtlichen, eineiigen Zwillingen innerhalb zehn Tagen bei dem einen Langköpfigkeit, bei dem anderen Kurzköpfigkeit hohen Grades herbeiführen; beide Kinder waren nach zehn Tagen so sehr an ihre Lage gewöhnt, daß man sie dann nur mit Mühe in der gegenteiligen Lage erhalten konnte, um ihre Schädel wieder gleich zu machen. Wurde die ursprüng- liche Lage beibehalten, so blieb die Form bestehen und konnte nach einigen Monaten nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine gewisse Konstanz des Schädelindex ist allerdings kaum zu bestreiten. Es geht dies daraus hervor, daß tatsächlich in größeren zusammenhängenden Gebieten eine Schädelform häufig bedeutend überwiegt. Ein strenges Gesetz scheint dies aber nicht zu sein. Nyström hat 84 Geschwister untersucht. Bei ungefähr der Hälfte war der Index beinahe derselbe oder nur um ungefähr zwei Einheiten verschieden, bei den übngen aber bedeutend (um ungefähr 3 bis 9.7 Einheiten) abweichend. Er schließt, daß sich „kein konstantes Verhältniß zwischen dem Index der Nachkommen und der Eltem findet“ und daß „Kin- der von Eltem mit verschiedenem Index, teils einen größeren, kleineren oder gleichen Index wie Vater und Mutter, teils Zwi- schenformen zwischen den Hauptformen erhalten können“. Jörgensen hat auf den Färöem, einer dänischen Inselgruppe, 250 Familien in mehreren Generationen untersucht. Die In- dizes der Kinder wichen von denen der Eltem sehr ab. In Frankreich sowohl als in Deutschland, Österreich und Rußland hat man gefunden, daß in den Grabstätten von Jahr- hundert zu Jahrhundert die Zahl der Langköpfe sich vernngert und der Schädelindex zugenommen hat. Fraas fand, daß die Mehrzahl der heutigen Schwaben brachycephal ist, mit meistens dunklem Teint und dunklem 6*