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81 He compared the respective greatest length with the respective greatest breadth. By setting the always greater length to 100, a calculation of the cephalic index resulted, which for different skulls showed a range of variation from 55 to 99.
When Retzius had succeeded in sharply separating Swedes and Sami by establishing the cephalic index, he believed he could achieve this result with all other races as well. A true index enthusiasm seized the anthropological world and also infected a host of amateurs. In this process, a summary value judgment was usually immediately attached to the occurrence of individual types. Long-heads were presented as the noble type, while the short-heads were supposed to have come up short in their mental and moral abilities as well.
Through an international craniological agreement, the decision was made in 1886 to designate all skulls up to an index of 75 as dolichocephalic, from 75 to 80 as mesocephalic, and 80 to 99 as brachycephalic.
With the accumulation of craniological measurements, it became more and more apparent that even the most careful and extensive calculation of numerous indices was not able to delimit a specific human group from others. It turned out that on the entire earth there was not a single race, however small, that would have exhibited an absolutely uniform type. All races showed the most diverse types and mixtures of these types, and one could be happy if any one type predominated considerably.* And when one descended into the depths of prehistory, one found the same result. Even the oldest races of prehistory known to us appear to us as mixed. Doubts even had to
- One day a mass grave was discovered in a Paris cemetery, about which the rumor immediately arose that it contained the bones of the soldiers from the allied army who died in Paris in 1813. A famous craniologist examined the skulls and identified one as Finnish, another as Bashkir, Kalmyk, etc. In the Russian army, all these peoples were indeed represented. Unfortunately, it was soon established that at the site exclusively women, good Parisian women, were buried, who had died of cholera in 1832 (Hertz).
Zollschan, The Race Problem, 3rd ed. 6
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81 Er hat den jeweils größten Längsdurchmesser mit dem je- weils größten Breitendurchmesser verglichen. Indem er den stets größeren Längsdurchmesser gleich 100 setzte, ergab sich eine Berechnung des Längenbreitenindex, welche bei verschie- denen Schädeln eine Schwankungsbreite von 55 bis 99 erwies. Als es Retzius gelungen war, Schweden und Lappen durch die Aufstellung des Längenbreitenindex scharf zu trennen, glaubte er dieses Resultat auch bei allen anderen Rassen er- zielen zu können. Eine wahre Indexbegeisterung ergnff die anthropologische Welt und steckte auch eine Unmenge von Dilettanten an. Dabei wurde gewöhnlich an das Vorkommen einzelner Typen sofort eine summansche Bewertung geknüpft. Langköpfe wurden als der edle Typus hingestellt, während die Kurzköpfe auch an ihren geistigen und moralischen Fähigkeiten zu kurz gekommen sein sollten. Durch eine intemationale kraniologische Verständigung wurde 1886 der Beschluß gefaßt, alle Schädel bis zu einem Index von 75 als Dolichocephalen, von 75 bis 80 als Meso- cephalen und 80 bis 99 als Brachycephalen zu bezeichnen. Mit der Häufung der kraniologischen Messungen stellte sich aber immer mehr heraus, daß auch die sorgfältigste und ausgedehnteste Berechnung zahlreicher Indizes nicht imstande war, eine bestimmte Menschengruppe von anderen abzugrenzen. Es stellte sich heraus, daß auf der ganzen Erde nicht eine noch so kleine Rasse vorhanden sei, die einen absolut einheit- lichen Typus aufgewiesen hätte. Alle Rassen zeigten die man- nigfachsten Typen und Mischungen dieser Typen und man konnte glücklich sein, wenn irgend ein Typus beträchtlich über- wog.* Und als man in die Tiefe der Vorzeit hinabstieg, fand man dasselbe Resultat. Selbst die ältesten uns bekannten Rassen der Vorzeit erscheinen uns gemischt. Es mußten sogar Zweifel * Eines Tages entdeckte man auf einem Panser Fnedhof ein Massen- grab, von dem sofort das Gerücht entstand, es enthalte die Gebeine der 1813 in Pans verstorbenen Soldaten aus dem Heer der Verbündeten. Ein berühmter Kraniologe untersuchte die Schädel und bestimmte den einen als finnischen, einen anderen als baschkinschen, kalmückischen usw. Im russischen Heere waren ja alle diese Völker vertreten. Leider wurde bald festgestellt, daß an dem Ort ausschließlich Frauen, gute Pansennnen, begraben lagen, die 1832 an der Cholera gestorben waren (Hertz). Zollschan, Das Rassenproblem, 3. Aufl. 6