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71 We repeat that, from the standpoint of a view of nature based on the idea of evolution, we consider it extremely probable that a depigmentation has taken place in different races and that the same causes always produce the same effects in the most diverse places. A further strong argument of the Teutonic theory, which in a certain respect is connected with the problem of color transformism, is the occurrence of the "fine type" also in the aristocratic strata of exotic peoples. This circumstance led to the assumption that a foreign racial element here attained the leading position through its higher abilities and has now conserved its nobler type through inbreeding within the noble caste. This view is the continuation of that other view, originating from the race theorists, according to which social stratification in Europe, too, comes about not through social and economic processes, but always only through the superimposition of different races distinguished by their abilities. However, precisely the convergence in peoples who are so far apart that a mutual interpenetration must appear altogether impossible, speaks for the fact that this so-called "finer type" has differentiated itself out of the mass of the people through inbreeding and a better milieu, that it is therefore in most—though not in all—of these cases a matter not of superposition, but of selection. For even if the skin with its appendages maintains itself very long unscathed and uniform, in the many cases reported to us of a lighter pigmentation of the nobility, one must first think of the slow but always effective influence of the changed milieu, which is maintained and strengthened by inbreeding. Even the city dweller no longer lives in the same milieu as the farmer, the hunter, the herdsman. The upper classes and women are always lighter than those working in the sun, since even in the tropics the better-situated city dwellers are in a position to protect themselves from the effects of the climate through clothing and lifestyle, by
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71 Wir wiederholen, daß wir es schon vom Standpunkte einer auf dem Entwicklungsgedanken beruhenden Naturanschauung für ungemein wahrscheinlich halten, daß eine Depigmentierung bei verschiedenen Rassen stattgefunden hat und daß gleiche Ur- sachen stets auch an den verschiedensten Orten die gleichen Wirkungen erzeugen. Ein weiteres starkes Argument der Germanentheone, das in gewisser Hinsicht mit dem Problem des Farbentr ansformis- mus zusammenhängt, ist das Vorkommen des ,,feinen Typs" auch in den anstokratischen Schichten exotischer Völker. Dieser Umstand führte zur Annahme, daß hier ein fremdes Raſſen- element durch seine höheren Fähigkeiten die leitende Stellung erlangt und nun durch Inzucht innerhalb der Adelskaste seinen edleren Typus konſerviert habe. Es ist dieſe Ansicht die Weiter- führung jener anderen von den Raſſetheoretikem ausgehenden Anschauung, wonach auch bei uns in Europa die soziale Glie- derung nicht durch soziale und ökonomische Prozeſſe, ſondem stets nur durch die Uebereinanderschichtung differenter, durch ihre Befähigung ſich unterscheidender Raſſen zustandekommt. Jedoch gerade die Konvergenz bei Völkem, die ſoweit aus- einander liegen, daß da eine gegenseitige Durchdnngung über- haupt als unmöglich erscheinen muß, spncht dafür, daß dieſer ſogenannte ,,feinere Typ" aus der Volksmaſſe ſich durch In- zucht und beſſeres Milieu herausdifferenziert hat, daß es ſich alſo in den meisten — wenn auch nicht in allen — von dieſen Fällen nicht um Ueberlagerung, ſondem um Ausleſe handelt. Denn wenn auch ſich die Haut mit ihrem Zubehör ſehr lange unverſehr und gleichartig erhält, ſo ist doch bei den vielen Fällen, die uns von einer helleren Pigmentierung des Adels benchtet werden, zu- nächst an den durch Inzucht festgehaltenen und verstärkten, langſamen, aber stets wirkenden Einfluß des geänderten Mi- lieus zu denken. Schon der Städter steht ja nicht mehr unter demselben Milieu wie der Bauer, der Jäger, der Hirt. Die hö- heren Stände und die Frauen ſind stets lichter als die in der Sonne Arbeitenden, da ja auch in den Tropen die beſſer ſituier- ten Städter in der Lage ſind, ſich vor den Wirkungen des Klimas durch Kleidung und Lebensweiſe zu schützen, indem