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Section 3 An Analysis of the Dominant Principles of Classification in Anthropology In the preceding chapters, we have, with the greatest possible accuracy, reported the currently prevailing views on the racial character of the so-called Aryans, as well as of the Jews, and we also did not conceal that we do not agree with them on the most essential points; — of course, our standpoint will only appear justified if we should succeed in invalidating the opposing evidence. Since we saw in the introductory words that many judgments and prejudices about racial value only come about through the manner of the classification of races, it must therefore appear as the most important task of our work to subject the an- thropological facts, which underlie the classifications that interest us, to a review. The ordering of peoples into large, comprehensive units has always been felt as a need and was formerly based on the most varied criteria. These classifications were built on biblical traditions, on the differences in skin color, geographical distribution, philological connections, etc., and only in the last century did they take on the endeavor to replace the vague and baseless hypotheses with a concrete scientific basis.
Today, after the bankruptcy of the linguistic methods, when judgment regarding race research has become more critical, it is immediately obvious that a certain sort of the evidence brought forth is indeed ethnographically uncommonly interesting, but for conclusions about anthropological connections is completely worthless.
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3. Abschnitt Eine Analyse der die Anthropologie beherrschenden Einteilungspnnzipien Wir haben in den vorhergehenden Kapiteln mit möglichster Genauigkeit die gegenwärtig herrschenden Anſichten über das Raſſenthum der ſogenannten Aner, ſowie der Juden refenert und verhehlten es auch nicht, daß wir mit denſelben in den we- ſentlichsten Punkten nicht übereinstimmen; — allerdings wird unſer Standpunkt erst dann begründet erscheinen, wenn es uns gelingen ſollte, die gegnenschen Beweismittel zu entkräften. Sahen wir schon in den einleitenden Worten, daß viele Urteile und Vorurteile über den Raſſenwert nur durch die Art der Einteilung der Raſſen zustande kommen, ſo muß es alſo als die wichtigste Aufgabe unſerer Arbeit erscheinen, die an- thropologischen Tatſachen, die den uns intereſſierenden Ein- teilungen zugrunde liegen, einer Sichtung zu unterziehen. Die Einordnung der Völker in große zuſammenfaſſende Einheiten wurde ſeit je als Bedürfnis empfunden und nchtete ſich früher nach den verschiedensten Kntenen. Dieſe Eintei- lungen bauten ſich auf biblischen Traditionen, auf den Verschie- denheiten der Hautfarbe, der geographischen Verbreitung, der philologischen Zuſammenhänge uſw. auf und nahmen erst im letzten Jahrhundert das Bestreben an, die vagen und haltloſen Hypotheſen durch eine konkrete wiſſenschaftliche Baſis zu erſetzen. Heute, wo nach dem Bankerott der linguistischen Methoden das Urteil in Bezug auf Raſſenforschung kntischer geworden ist, leuchtet es ohneweiters ein, daß eine gewiſſe Sorte der auf- gebrachten Beweisdokumente wohl ethnographisch ungemein intereſſant, aber für Rückschlüſſe auf anthropologische Zuſam- menhänge völlig wertlos ist.