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Our legal constitution preserved for us in the diaspora unique religious-national economic forms, which in their functions and institutions encompassed many branches of commerce, even if certain "commandments tied to the land" could not be applied in the Galuth. Foreign rule was therefore unable to wrest self-administration from us, as long as we remained under the authority of our own laws and law teachers. We were not a religious community; we formed a self-contained legal and economic community. Not a creed, but primarily a statute was the structure of the one people. It was not so much the religious and moral content of Judaism as the concrete forms of our state constitution that separated us from all nations, in whose midst we pitched our tents. We did not rest on the rest days of the host people and did not celebrate its commemorative days, did not share its joys and its sorrows and were not concerned with the welfare of the foreign state. A strong wall, erected by ourselves, separated us from the people of the land, and behind the wall lived a Jewish state in miniature.
Jakob Klatzkin.
("Der Jude," 1916, Issue 9).
Judaism and the World War
In the January 1919 issue of the journal "Der Jude," the benefit that Judaism had from the World War is mentioned: "... the same war that brought the inauguration of a Jewish national policy recognized in world politics ..." "The collapse of these three powers (of Tsarist Russia, monarchist Germany, and clerical Austria) in their old form thus means a significant facilitation for the conduct of Jewish policy." "Only the new Germany will be in a position to have an inner understanding for the problems and demands of the Jewish people."
"The war had broken out because half a dozen civilized states were unable to come to a reasonable agreement on natural differences like merchants: it was carried out in order to force into the center of Europe such modern forms of government as prevailed all around. Through a logic of internal conditions that was unexpected and highly undesirable to the leaders, however, Tsarism also suddenly collapsed, which the old Germany had to remain psychologically incapable of exploiting. It hung by a thread: Stürmer's separate peace could have saved both the Tsar and the Kaisers and preserved an unbearable Europe for us."
Emil Ludwig.
(Cohn) in the "Weltbühne," No. 33, 1921
Jewish Justification of Hostage Murder
"The so-called hostage murder in Munich's Luitpoldgymnasium has today been exposed by the reaction as a hypocritical fraud. The Thule Society, whose members were shot – under terrible pressure from White Guardist murders –, was nothing other than the germ cell of the later Kapp Putsch, the Hitler-Ludendorff revolution, and the high treason of Kahr-Lossow-Seisser. Even from the standpoint of the constitutional Hoffmann government, the conspirators, high traitors, and passport forgers were shot in pure state self-defense. One must first make this state of affairs clear, in order to achieve a more just assessment of the so-called hostage murder in the face of the terroristic, fraudulent arguments of the reaction, which speculates on the tear ducts of the philistines."
The "Weltbühne" (editor at the time Siegfried Jacobsohn) in the year 1926 according to "Völkischer Beobachter" of Sept. 22, 1926.
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Unsere Gesetzesverfassung erhielt uns in der Diaspora eigenartige religiös-nationale Wirtschaftsformen, die in ihren Funktionen und Institutionen viele Erwerbszweige umfaßten, wenn auch gewisse "an das Land gebundene Gebote" im Galuth keine Anwendung finden konnten. Die Fremdherrschaft hat uns daher die Selbstverwaltung nicht entwinden können, solange wir unter der Botmäßigkeit unserer eigenen Gesetze und Gesetzlehrer standen. Wir waren nicht eine Glaubensgemeinde; wir bildeten eine in sich geschlossene Rechts- und Wirtschaftsgemeinschaft. Nicht ein Bekenntnis, sondem vomehmlich eine Satzung war das Gefüge des einen Volkes. Nicht so sehr der religiöse und sittliche Lehnnhalt des Judentums als die konkreten Formen unserer Staatsverfassung trennten uns von allen Nationen, in deren Mitte wir unsere Zelte aufschlugen. Wir ruhten nicht an den Ruhetagen des Wirtsvolkes und feierten nicht seine Gedenktage, teilten nicht seine Freuden und seine Leiden und waren nicht um die Wohlfahrt des fremden Staates besorgt. Eine starke Mauer, von uns selbst ernchtet, sonderte uns vom Landesvolke ab, und hinter der Mauer lebte ein jüdischer Staat in Miniatur. Jakob Klatzkin ("Der Jude", 1916, Heft 9). Judentum und Weltkneg In dem Januarheft 1919 der Zeitschnft "Der Jude" wird der Nutzen erwähnt, den das Judentum vom Weltkneg hatte: "... derselbe Kneg, der die Inaugunerung einer weltpolitisch anerkannten jüdischen Nationalpolitik brachte ... " "Der Zusammenbruch dieser drei Mächte (des zanstischen Rußland, des monarchistischen Deutschland und des klenkalen Österreich) in ihrer allen Form bedeutet somit eine wesentliche Erleichterung für die Führung der jüdischen Politik." "Erst das neue Deutschland wird in der Lage sein, inneres Verständnis für die Probleme und Forderungen des jüdischen Volkes zu haben." "Der Kneg war angebrochen, weil ein halbes Dutzend gebildeter Staaten sich über natürliche Differenzen nicht vemünftig wie Kaufleute zu einigen vermochten: er wurde durchgeführt, um im Zentrum Europas so modeme Staatsformen zu erzwingen, wie sie nngsüm überall herrschten. Durch eine den Führem unerwartete, höchst unerwünschte Logik der inneren Zustände brach aber plötzlich auch das Zarentum zusammen, was auszunützen das alte Deutschland psychologisch unfähig bleiben mußte. Es hing an einem Haar: Stürmers Separatfneden hätte zugleich den Zaren und die Kaiser retten können und uns ein unerträgliches Europa konserviert." Emil Ludwig (Cohn) in der "Weltbühne", Nr. 33, 1921 Jüdische Rechtfertigung des Geiselmords "Der sogenannte Geiselmord im Münchener Luitpoldgymnasium ist heute als heuchlenscher Schwindel von der Reaktion entlarvt. Die Thule-Gesellschaft, deren Mitglieder erschossen wurden – unter furchtbarem Druck weißgardistischer Morde –, war nichts anderes als die Keimzelle des späteren Kapp-Putsches, der Hitler-Ludendorff-Revolution und des Hochverrats der Kahr-Lossow-Seisser. Selbst vom Standpunkt der verfassungsmäßigen Hoffmann-Regie-rung sind die Verschwörer, Hochverräter und Paßfälscher in reiner Staatsnotwehr erschossen worden. Diesen Sach-verhalt muß man sich einmal klarmachen, um gegenüber den terronstischen Schwindelargumenten der Reaktion, die auf die Tränendrüsen der Spießbürger spekuliert, eine gerechtere Würdigung des sogenannten Geiselmords zu erzielen." Die "Weltbühne" (Herausgeber damals Siegfned Jacobsohn) im Jahre 1926 laut "Völkischem Beobachter" vom 22. Sept.1926. - 305 -