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438 solidarity, and as if they were swimming in abundance.* Only individual articles in English and French professional journals, but above all the reports at the Zionist Congresses, have revealed how unspeakably sad the situation is precisely with the justification of this best and most frequently used anti- Semitic means of agitation, the depiction of the immense power of the Jews. It is with us as with the other anti- Semitic slurs: they dissolve in our hands. The reason for this previous opinion was the fact of the greater affluence of those Jews who had been settled here for generations, in Germany, in the industrial parts of Western Austria, in France, Italy, England, and America, and furthermore the fact of a number of super-rich Jews here. — In these countries, a large number of Jews have succeeded in rising from small trade to become wholesale merchants and industrialists. They have broken the ban which, until the 18th century, restricted them to lower types of trade despised by the Christians, and today play a leading role in high finance, in the commodity trade, and in industry. It is not in the least part Jews who, through the development of the stock and exchange system, have impressed upon our modern economic life, with its ease of goods turnover and its enormous improve- ment of the means of transport, but also with its unbridled competition and wild speculation, its characteristic stamp. The Jews produce in considerably greater proportion people who, alongside energy and daring, also possess great mental agility, especially quicker comprehension and combination; and it was precisely persons of this sort that were needed, especially around the middle third of the previous century, when the bourgeoisie had just won its freedom and the advances of technology were leading the economic life of these countries to enormous di-
- By "Jewish distress" one almost everywhere understood only political persecutions. Even Herzl, at the beginning of his Zionist activity, spoke of a "rising" class movement. A scholar and sociologist of the importance of Gumplowicz was of the opinion that the Jews had never possessed such power and had never had it so good as today.
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438 Solidantät und als schwämmen sie in Ueberfluß.* Erst einzelne Artikel in englischen und französischen Fachblättem, vor allem aber die Referate auf den zionistischen Kongressen ließen er- kennen, wie unsäglich traung es gerade mit der Berechtigung dieses besten und am häufigsten gebrauchten anti- semitischen Agitationsmittels, der Schilderung der ungeheuren Macht der Juden, stehe. Es geht uns wie mit den anderen anti- semitischen Anwürfen: sie zernnnen uns unter den Händen. Anlaß zu dieser bishengen Meinung war die Tatsache der größeren Wohlhabenheit derjenigen Juden, die seit Generationen hier ansäßig waren, in Deutschland, in den industnereichen Teilen Westösterreichs, in Frankreich, Italien, England und Amenka, und femer die Tatsache einer Anzahl überreicher Juden hierſelbst. — In diesen Ländem ist es einer großen Anzahl von Juden gelungen, sich vom Kleinhandel zu Großkaufleuten und Industnellen aufzuschwingen. Sie haben den Bann, welcher sie bis in das 18. Jahrhundert auf niedere, von den Chnsten verachtete Arten des Handels beschränkte, gebrochen und spie- len heute in der Hochfinanz, im Warenhandel und in der Indu- stne eine führende Rolle. Juden sind es nicht zum genngsten Teile gewesen, welche durch die Ausbildung des Aktien- und Börsenwesens unserem heutigen Wirtschaftsleben mit seiner Leichtigkeit des Warenumsatzes und seiner enormen Verbesſer- rung der Verkehrsmittel, aber auch mit seiner zügelloſen Kon- kurrenz und wilden Spekulation seinen charaktenstischen Stem- pel aufgedrückt haben. Die Juden bnngen in erheblich grö- ßerem Verhältnis Leute hervor, welche neben Energie und Wagemut auch große geistige Beweglichkeit, insbesondere schnel- lere Auffassung und Kombination besitzen; und gerade Per- sonen dieses Schlages bedurfte man namentlich um das mittlere Dnttel des vongen Jahrhunderts, als das Bürgertum sich eben die Freiheit errungen hatte und die Fortschntte der Technik das wirtschaftliche Leben dieser Länder zu ungeheuren Di- * Unter „Judennoth“ verstand man fast überall nur politische Ver- folgungen. Sogar Herzl sprach zu Beginn seiner zionistischen Tätigkeit von einer „aufsteigenden“ Klaſſenbewegung. Ein Gelehrter und Soziologe von der Bedeutung Gumplowicz’ war der Meinung, als hätten die Juden noch nie eine solche Macht besessen und wäre es ihnen nie so gut gegangen wie heute.